Klassenfahrt Chiemsee

Auf Klassenfahrt an den Chiemsee

Der größte See im Süden der Republik erwartet seine Besucher in attraktivem Umland. Rund um das „Bayerische Meer“ kann man Gipfel besteigen, tief unter der Erde Schätze entdecken oder 250 Millionen Jahre in die Vergangenheit reisen. Ob beim Klettern und Bogenschießen zu Lande oder beim Rafting, Kanufahren und Schwimmen zu Wasser, bei einer Schülerfahrt an den Chiemsee wird für jeden Geschmack etwas geboten.

Unterwegs am Chiemsee: Zeitreisen leicht gemacht

Im Salzbergwerk Berchtesgaden taucht die Gruppe unter Tage in eine wundersame Welt ein, die viele Geschichten und Geheimnisse birgt. In diesem weltweit einzigartigen Erlebnisbergwerk wird seit 1517 bis heute „weißes Gold“ abgebaut. Mit über 500 Jahren Bergbautradition ist es eines der ältesten Institutionen seiner Art in Europa. Die Gruppe begibt sich tief unter der Erde auf eine spannende Expedition in Vergangenheit und Zukunft. Dabei führt sie die Reise, vorbei an der 14 Tonnen schweren Bronzepumpe, in den 350 Jahre alten Stollen „Moserrösche“, in die „magische“ Salzkathedrale und zum unterirdischen Salzsee.

Tipp: Im Salzlabor kann die Klasse diesen besonderen Rohstoff auf eigene Faust unter die Lupe nehmen. Selbstständig führen die Schüler Versuche durch. Hilfestellung leisten dabei das begleitende Arbeitsheft und Leitfäden an allen Forschungsstationen. Lehrerinformationen können ebenfalls auf der Homepage heruntergeladen werden.

Viel tiefer in die Geschichte des Lebens auf der Erde taucht die Klasse in Siegesdorf ein. Schon vor dem eigentlichen Besuch warten unvergessliche Eindrücke: Riesengroße Fußspuren lassen erahnen, was Besucher im Mammut- und Naturkundemuseum am Chiemsee erwartet. „Rudi“ ist ohne Zweifel das imposante Wahrzeichen der Bildungseinrichtung und eignet sich wunderbar für ein Gruppenbild (mit Mammut). Im Museum selbst warten unter Anderem Fossilien zum Anfassen, eine Forschungsreise in die Bärenhöhle mit Fledermäusen und Tropfsteinen oder das Skelett des Höhlenlöwen auf alle Abenteuerlustigen. Die Klasse erfährt staunend, dass vor 45 Millionen Jahren Riesenhaie in der Region um Berchtesgaden heimisch waren. Und selbstverständlich darf ein Abstecher zu den 45.000 Jahre alten Knochenfunden des Siegesdorfer Mammuts nicht fehlen!

Tipp für Schulklassen: Die Institution legt großen Wert auf altersgerechte Vermittlung ihrer Inhalte. Auf der Alpen-Gletscher-Spezial-Führung bekommt die Gruppe mit begleitenden Arbeitsmitteln spannendes Wissen rund um die Entstehung der Alpen und die Funktionsweisen von Gletschern geboten. Aktiv kann die Klasse im „Steinzeit-Schnupperkurs“ werden. Dabei lernt sie das Leben der Menschen in Eis- und Steinzeit kennen. Die Herstellung von Pfeilspitzen aus Feuerstein, Steinzeit-Frühstück, Schmuck aus Federn und Muscheln sowie Höhlenmalerei werden erprobt. Auch Versteinerungen können geschliffen und Stockbrot am Lagerfeuer gebacken werden.

Unterwegs am See: Was man zu Land nicht erreichen kann, erreicht man zu Wasser

So schön ist es am „bayerischen Meer“, dass sich sogar der Märchenkönig Ludwig II. auf der Insel Herrenchiemsee sein Neues Schloss bauen ließ. Als Vorbild diente der Meisterbau Versailles. 1873 erwarb Ludwig das größte der drei Eiländer im See. Acht Jahre wurde an dem Prachtbau gearbeitet, bevor es 1886 fertiggestellt wurde. Unbedingt sehenswert sind der Große Spiegelsaal, das Paradeschlafzimmer sowie das prunkvolle Treppenhaus. Die großzügige Parkanlage lädt nach der Besichtigung zu einem Spaziergang ein. Besonders die große Brunnenanlage, die jede halbe Stunde beeindruckende Wasserspiele zeigt, zieht viele Besucher in ihren Bann.

Tipp: An 365 Tagen im Jahr fahren die Linienschiffe der Chiemsee-Schifffahrt die Herren- und Fraueninsel an. Das ganze Jahr über werden Führungen durch das Schloss für Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 12 Jahren jeweils um 11:05 Uhr, 13:05 Uhr und 15:05 Uhr angeboten.

Bei einem Rundgang über die Insel entdeckt die Gruppe ein weiteres Gebäude, das Alte Schloss Herrenchiemsee. Früher als Kloster des Chorherrenstiftes genutzt, war dieses Gotteshaus in den Nachkriegsjahren ein bedeutender Ort für die Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Denn hier wurde im Sommer 1848 ein Diskussionsentwurf für den parlamentarischen Rat für das Grundgesetz erarbeitet. Auch die Wallfahrtskirche St. Bartholomä im Königssee ist immer eine Reise wert. Eines der schönsten und saubersten Gewässer Bayerns lockt mit smaragdgrünem Wasser, großen Fischvorkommen und atemberaubendem Panorama. Wie ein Fjord liegt der tiefste See Bayerns im Tal von Watzmann, Jenner und Hagengebirge. Direkt am gleichnamigen Parkplatz befindet sich die Anlegestelle der Elektroboote, die die Besucher auf die Halbinsel Hirschau bringen. 30 Minuten dauert die Überfahrt. Auf halber Strecke überrascht der Bootsführer die Gruppe mit einer Trompete, die beim Echotest helfen soll, einen beeindruckenden siebenfachen Wiederhall zu erzeugen. Schon von Weitem kommen die roten Zwiebeltürme der Kapelle in Sicht. Der Namensgeber, Sankt Bartholomäus, ist seit je her der Schutzpatron der Almbauern und Sennerinnen. Neben dem Gotteshaus mit Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert und barockem „Überwurf“ aus dem 17. Jahrhundert liegt das ehemalige Jagdschloss der Wittelsbacher Fürsten. Heute befindet sich dort eine Gaststätte, in der sich die Besucher dieses abgelegenen Ortes stärken können. Von hier aus kann die Gruppe sich auf eine weitere Entdeckungsreise begeben. Festes Schuhwerk ist ein Muss für jeden, der die Wanderung zu einem ganz besonderen Geotop wagt. Rund anderthalb Stunden ist die Klasse zu diesem Wunderwerk der Natur unterwegs. Am Fuße der Ostwand des Watzmannes bildet Lawinenschnee in den Sommermonaten Schmelzwasser. So entsteht eine große Öffnung mit Hohlraum im Gletscher: die berühmte Eiskapelle.

Unterwegs am Chiemsee: Auf den Spuren dunkler Kapitel unserer Vergangenheit

Seit dem 19. Jahrhundert war der Obersalzberg bei prominenten Gästen sehr beliebt, die gerne in der Pension „Moritz“ abstiegen. Ab 1923 entdeckte auch Adolf Hitler dieses wunderschöne Fleckchen Erde und ließ 1933 den ganzen Berg zum Führersperrgebiet und neben Berlin zum zweiten Regierungssitz umgestalten. Seit 1934 wurden auf dem Obersalzberg systematisch Grundstücke gekauft und enteignet. Privathäuser wurden errichtet oder umgestaltet und ein verzweigtes Bunkersystem entstand. Zutritt hatten lediglich die NS-Politiker und deren Familien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Ort von den amerikanischen Alliierten als Erholungszentrum genutzt. Seit 1996 besteht hier das Dokumentationszentrum des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin. Die Institution versucht die Geschichte des Obersalzberges mit der des Nationalsozialismus zu verknüpfen. Das pädagogische Angebot eignet sich für Gruppen ab der 8. Klasse.

Tipp: Zur eigenständigen Arbeit innerhalb der Ausstellungen stehen auf der Homepage vier Arbeitsblätter mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zum Herunterladen zur Verfügung. Zahlreiche Führungen mit thematischen Schwerpunkten wie Biografien, Propaganda oder Antisemitismus werden von der Bildungsabteilung angeboten.

Ein weiteres relevantes Gebäude in diesem ehemaligen Sperrgebiet ist das Kehlsteinhaus. Auf 1834 m thront dieses unterhalb des Kehlsteingipfels auf dem Gebirgsmassiv Bergsporn in den Berchtesgadener Alpen. Die Anlage mit Zufahrtsstraße, fünf Tunneln sowie einem 124 m hohen Aufzug wurde dem Berg mühsam abgerungen. Das prächtige Geschenk der Partei zu Hitlers 50. Geburtstag ist aufgrund seiner baulichen Besonderheiten weltweit einmalig. Rund 114 Millionen Euro ließ sich die NSDAP sich den Bau kosten. Die realitätsferne Prunksucht zu Repräsentations-zwecken zeigt sich in den verbauten Materialien wie Marmor, Zirbelholz, venezianischen Spiegeln und Messingverkleidung im Lift. Im April 1939 wurde das Haus fertig gestellt. Ursprünglich zum Empfang namhafter Gäste des Regimes geplant, wurde es jedoch äußerst selten genutzt. Der „Adlerhorst“ wurde während der alliierten Bombenangriffe im Sperrgebiet nicht beschädigt. Seit 1952 wird auf dem Kehlstein eine Gaststätte von privaten Pächtern geführt und das Gelände wurde für Besucher frei gegeben.

Tipp: In den Wintermonaten von November bis April ist das Kehlsteinhaus für Besucher geschlossen. Auch in den Sommermonaten ist es möglich, dass der Aussichtspunkt aufgrund von Schneefall kurzfristig geschlossen werden muss. Deshalb ist es ratsam, sich vor jedem Besuch telefonisch nach der aktuellen Witterungssituation vor Ort zu erkundigen.

Unterwegs am Chiemsee: Aus der Bewegung heraus die Natur erleben

Wer mit Spaß aktiv die Umgebung des Sees erkunden möchte, hat die Qual der Wahl. Sollen auf einer Wanderung der 1450 m hohe Unterberg, der 1672 m hohe Rauschberg oder der 1874 m hohe Jenner erklommen werden? Wer auf andere Weise hoch hinaus will, nimmt an der Einführungsveranstaltung in Sachen Klettern im Hochseilgarten Aschau teil. Auf Wipfelhöhe wird der Besuch zu einem unvergesslichen Teamerlebnis! Rasanter geht es hingegen auf der geführten Mountainbike-Tour am Fuße der Kampenwand zu. Eine ruhige Hand und Konzentration werden im Umgang mit Pfeil und Bogen verlangt. Beim Bogenschießen bekommt jeder Schütze ein Gefühl dafür, wie vor vielen tausend Jahren für das Abendessen gesorgt wurde. Kurz hinter der deutschen Grenze auf österreichischem Boden in Kössen geht es unter fachgerechter Anleitung und Begleitung auf große Abenteuerfahrt! Beim Rafting oder Canyoning auf der Ache seilt sich die Gruppe von Wasserfällen ab, überwindet Stromschnellen und gleitet über natürliche Wasserrutschen schwungvoll abwärts.

Unterwegs in der bayrischen Metropole mit Herz: Minga hautnah

Der Englische Garten ist die grüne Lunge der Stadt und größer als der Londoner „Hyde-Park“ oder der New Yorker „Central Park“. Unweit der Residenz finden junge und alte Einheimische, Zugezogene und Besucher in der weltweit größten innerstädtischen Parkanlag Entspannung auf der grünen Wiese oder in den Biergärten am Chinesischen Turm und im Seehaus. Im 18. Jahrhundert wurde der „Garten“ als Militärpark und zugleich als Volkspark unter dem damaligen Kriegsminister geplant und umgesetzt. Am Eisbach, dem stärksten Bach der Anlage, verbringen sogar Surfer ihre Freizeit. Kulinarische Spezialitäten aus der Region findet man auf dem Viktualienmarkt direkt am Marienplatz. Hier werden alle typischen bekannten und unbekannten Speisen der Weißwurstmetropole feil geboten. In einzigartiger Atmosphäre kann man alle erdenklichen Lebensmittel, die „Viktualien“, erstehen: Backwaren, exotisches Obst und Gemüse, Wurst, Fleisch- und Fischwaren. Das Zentrum des Marktes bildet selbstverständlich ein Biergarten. Die sieben über den gesamten Platz verteilten Brunnen zeugen noch heute davon, dass auf dem Areal in früheren Zeiten zwei der rund 90 Bäche, die das gesamte Stadtgebiet durchzogen, zusammenflossen.

Der erfolgreichste Museumsbetrieb der Stadt ist ohne Zweifel das Deutsche Museum. Über eine Million Besucher kommen jährlich, um die rund 18.000 Objekte aus Technik und Naturwissenschaft zu entdecken. Höhepunkte des Hauses sind unter Anderem das modernste Planetarium der Welt, der detailgetreue Nachbau eines Bergwerkes oder der Faradaysche Käfig. Bei so einer großen Auswahl an Ausstellungen von A wie Agrar- und Lebensmitteltechnik bis Z wie Zeitmessung ist es ratsam, sich bereits bei der Planung des Besuchs Schwerpunkte zu setzen. Spannende Forscher- und Erfinderpfade zu den Themen Kommunikation, Antriebe und Verkehr geben besondere Einblicke in die faszinierende Welt der Technik.

Tipp für Schulklassen: Das Museum bietet zahlreiche Vermittlungsprogramme für Gruppen an. Führungen oder Vorträge besuchen, selbst forschen im DNA-Besucherlabor, Videokonferenzschaltung ins Labor der TU-Forscher, das Alles kann man in diesem renommierten Haus erleben. Wer sich seinen eigenen Weg erschließen möchte, dem stehen mit dem vielfältigen Vorbereitungs- und Begleitmaterial aus dem Downloadbereich des Museums alle Wege offen.

Unterwegs am Chiemsee: Freizeit und Erholung

Wenn es draussen ungemütlich ist und der Chiemsee nicht zum Baden taugt, wartet die Umgebung rund um das natürliche Gewässer mit mitreissenden Angeboten auf. Im Bernauer Hallenbad BernaMare stehen Spaß und Entspannung auf dem Programm. Auch außerhalb der Becken kann man sich mit Klettern oder Tischtennis spielen die freie Zeit vertreiben. In der Dampfgrotte und in der Freiluft-Sauna-Landschaft lässt die Gruppe zum krönenden Abschluss die Seele baumeln. Im Vita-Alpina Erlebnis- und Wellnessbad in Ruhpolding kann die Klasse im Wellenbad in der Brandung toben. Auch die 76 m lange Erlebnisrutsche ist für alle eine rasante Riesengaudi. Im Inzeller Badepark lässt sich im Hallenbad wieder neue Energie tanken und gemeinsam eine unbeschwerte Zeit verbringen.

Übernachtungen

Für Schulklassen bieten sich in Hotels und Hostels ganz unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir von klaju suchen Ihnen gerne eine passende Unterkunft heraus. Geben Sie bei Ihrer Anfrage oder Buchung einfach an, welches Budget sie zur Verfügung haben, wie wichtig Ihnen die Originalität Ihrer Unterkunft ist und ob Sie spezielle Wünsche für die Verpflegung haben.